Literaturrecherche mit System

Aktualisiert: Juni 8

Fünf Grundsätze bei der Literaturrecherche


Die Literaturrecherche ist ein zentraler Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit. So ist auch bei der medizinischen Promotion die Literaturrecherche immer wieder ein heiß diskutiertes Thema.

Hier zeige ich euch einige Fragen, die meine Coachees zu diesem Thema beschäftigen:
1. Wann soll ich die Literaturrecherche anfangen?
2. Wie finde ich am besten Literatur?
3. Wie gehe ich strategisch vor?
4. Muss ich jede Literaturquelle intensiv lesen?
5. Wie übernehme ich die Inhalte in meine Promotion?

Ich möchte euch in diesem Blogbeitrag die 5 Grundsätze der Literaturrecherche anhand dieser Fragen näherbringen.

Zu aller erst möchte ich euch allerdings beruhigen! Die Literaturrecherche ist nicht so schwer und anstrengend wie ihr euch das vielleicht aktuell vorstellt. Ihr müsst euch nur eine gute Struktur aneignen, dann kann dieser Promotionsabschnitt sogar Spaß machen!




1. Wann soll ich mit der Literaturrecherche anfangen?

Ich empfehle euch aus mehreren Gründen die Literaturrecherche zu Beginn der Promotion durchzuführen:


  • Je früher ihr die Literaturrecherche durchführt, desto genauer wisst ihr, wie ihr euch von anderen Forschern mit euren Hypothesen abhebt

  • Eine frühe Literaturrecherche hat den Vorteil, dass ihr euch methodische Strategien von ähnlichen Studien abschauen könnt und Limitationen anderer Forscher erfahrt

  • Ein schöner Nebeneffekt einer frühzeitigen Literaturrecherche ist, dass ihr Experte/Expertin auf diesem Gebiet werdet und somit deine Studie deutlich professioneller durchführen könnt

  • Wer Lust hat, kann nach der Literaturrecherche bereits die komplette Einleitung gestalten


2. Wie finde ich die richtige Literatur?

In wissenschaftlichen Arbeiten wird immer angestrebt, möglichst all die bestehende Literatur zu eurem Themenbereich zu kennen, was nicht bedeutet, dass ihr alle bis ins kleinste Detail gelesen haben müsst.



Die Plattform für Mediziner und andere Naturwissenschaftler ist PubMed.

„PubMed ist eine englischsprachige textbasierte Meta-Datenbank mit Referenzen auf medizinische Artikel bezogen auf den gesamten Bereich der Biomedizin der nationalen medizinischen Bibliothek der Vereinigten Staaten (National Library of Medicine, NLM).[1] Jedem Eintrag in der PubMed ist eine PubMed-ID (PMID, engl. PubMed identifier) zugeordnet. PubMed bietet einen kostenfreien Zugang zu den Datenbanken MEDLINE, OLDMEDLINE (vor 1966) und PubMed Central (Volltexte).“

(Quelle für offizielle Definition: https://de.wikipedia.org/wiki/PubMed)




Es gibt heute kaum noch Journals die nicht Pubmed gelistet sind. Ist ein Journal nicht gelistet, erfüllt es nicht die wissenschaftlichen Qualitätskriterien von PubMed.

Somit solltet ihr all die bereits existierende Literatur zu eurem Themenbereich hier finden können.

Die PMID ist eine sehr gute Möglichkeit die Studien immer und überall identifizieren zu können.



Bitte vergesst neben der Online-Recherche auch nicht die Lehrbücher, welche euch hilfreiche Quellen sein können, vor allem wenn es um bereits etablierte Pathomechanismen von Krankheiten o.ä. geht.

3. Wie gehe ich strategisch vor?

Ich empfehle in meinem Online-Tutorial und dem 1:1 Coaching die Mesh-Term-Strategie, wobei für jeden zu suchendem Begriff der offizielle Mesh-Term gebildet wird.




Ganz wichtig für euch ist, dass ihr die Suchbegriffe, die ihr zusammen in die Suche einbringen wollt (z.B. Zusammenhang Vitamin K und Osteoporose) zuvor definiert und dokumentiert. Hierfür habe ich eine bestimmte Dokumentationsstrategie entwickelt und stelle euch die Dokumentationstabelle in meinem Template-Paket als Download zur Verfügung.




Jeder einzelne Suchabschnitt (z.B. vor Filterung der Ergebnisse und nach Filtersetzung) sollte tabellarisch dokumentiert sein.

Die Dokumentation der gebildeten Mesh-Terms bei Pubmed hat den Vorteil, dass ihr genau nachvollziehen könnt, welche Suchstrategien ihr bereits angewendet habt. Die angewandten Mesh-Terms können dann kurz vor der Abgabe eurer Promotion noch einmal verwendet werden und ihr könnt in der Zwischenzeit publizierte Ergebnisse noch einmal updaten.

4. Muss ich jede Literaturquelle intensiv lesen?

Die Antwort von meiner Seite lautet hier klar: NEIN. Du solltest die Literatur priorisieren und dann nach dem Pareto-Prinzip lesen. Ich habe bei Step-by-Step zum Doktor med. ein eigenes Priorisierungssystem entwickelt, das ich und meine Coachees erfolgreich bei allen wissenschaftlichen Arbeiten einsetzen.

Je geringer die Studie priorisiert wird, desto weniger intensiv muss sich der Leser/die Leserin damit auseinandersetzen. Die Priorisierung wird in der Regel nach Vorselektion der Überschriften in Pubmed und anschließendem Lesen der Abstracts vorgenommen.

Das Lesen der Abstracts macht ca. 20% der Arbeit aus und bring ca. 80% des Ergebnisses der Literaturrecherche. (Pareto-Prinzip)



Kommentar: Gut gestaltete Abstracts sollten für die Leser*innen alle wichtigen Ergebnisse inkl. Zahlen darstellen und die Methodik sollte bereits hier nachvollziehbar beschrieben sein.

Ausschließlich die Studien, die von euch hoch priorisiert wurden, müssen ausführlich bearbeitet und vollständig gelesen werden. Diese sind zentrale Diskussionsgrundlage eurer Doktorarbeit.

Bei den weniger hoch priorisierten Studien müsst ihr nicht zwingend jeden Abschnitt haarklein studieren. Ihr solltet aber den Anspruch haben, dass ihr durch das Querlesen von Abstract, Methodik und der Diskussion die Hauptergebnisse greifen könnt. Sollte das nicht der Fall sein, müsst ihr so tief einsteigen, dass ihr die Quelle richtig zitieren könnt.

5. Wie übernehme ich die Inhalte der Literaturrecherche in meine Promotion?

Der wichtigste Grundsatz bei der Literaturrecherche ist die Dokumentation und die inhaltliche Zusammenfassung eurer gelesenen Literaturquellen. Dabei würde ich nicht empfehlen, jede Studie auszudrucken und in einem Ordner aufzubewahren. Das verschwendet viel Papier und ihr lest die Studie in den seltensten Fällen mehr als einmal.

Wichtig ist, dass ihr die Quintessenz aus den Literaturquellen herauszieht und in euren eigenen Worten zusammenfasst. Auch hier habe ich ein bewährtes System für „Step-by-Step zum Doktor med.“ entwickelt, womit ihr euch eine kleine Schatzkammer an Literaturquellen zusammenfasst.

Das Schöne an der tabellarischen Literaturzusammenfassung in eigenen Worten ist, dass ihr bei der Erstellung eurer Einleitung hieraus binnen weniger Stunden einen schönen Fließtext zusammenstellen könnt und nur die entsprechenden Ursprungsquellen hinter die einzelnen Sätze schreiben müsst.

Anders als bei der wörtlichen Zitierung von Texten müsst ihr hier weniger Angst vor Plagiatsproblemen haben. Allerdings entbindet die Formulierung der Aussagen in eigenen Worten niemals von der Nennung der Ursprungsquelle.

Damit das Zitieren nicht zur Qual wird empfehle ich euch, alle Quellen in Literaturverwaltungsprogramme zu speisen. Ich arbeite gerne mit Endnote (Zitat) und Citavi (Link).




Aus der Beantwortung der Fragen gehen also die 5 Grundsätze für eine gute Literaturrecherche hervor

1. Fertige frühzeitig (am besten als eine der ersten Maßnahmen nach der Themenwahl) eine ausführliche, strategische Literaturrecherche an
2. Nutze die Mesh-Term Suche bei PubMed, um möglichst alle existierenden Quellen für deine Promotion ausfindig zu machen. Weitere ergänzende Möglichkeiten sind die Suche in Büchern und die freie Suche bei Google.
3. Dokumentiere alle Rechercheschritte tabellarisch, damit du die Recherche zum Ende deiner Promotion noch einmal wiederholen kannst.
4. Priorisiere deine Literatur und lese sie nach dem Pareto Prinzip.
5. Fasse jede Quelle in einer Literaturzusammenfassungstabelle in deinen Worten zusammen und nutze Zitierprogramme.

Fazit:

Wenn ihr diese fünf Grundsätze einer Literaturrecherche beherzigt, werdet ihr schnell und effektiv alle Literaturquellen zu eurem Promotionsthema kennen. Nebenbei habt ihr euch eine große Bibliothek aufgebaut, in der ihr immer wieder wichtige Kernaussagen, die ihr in euren Worten zusammengefasst habt, nachschlagen könnt.

Ihr vermeidet durch die frühzeitige Literaturrecherche, dass ihr redundante Ergebnisse mit eurer Studie produziert, es sei denn, sie sollen explizit bestehende Studiendaten mit derselben Fragestellung bestätigen oder wiederlegen.

Außerdem könnt ihr euch viel methodisches Knowhow und Limitationen anderer Forscher zur Nutze machen.


Wollt ihr genauer in dieses Thema einsteigen und mehr zum strategischen Vorgehen bei der Literaturrecherche lernen?

Dann ist der Master-Kurs „Step-by-Step zum Doktor med.“ genau das richtige Medium, um euch dieses Wissen anzueignen. Ich führe euch in der Live-Demonstration durch die einzelnen Schritte der Literaturrecherche und zeige euch wie ihr Literaturprogramme richtig nutzt. Auch bringe ich euch mein Step-by-Step Priorisierungssystem näher und ihr erhaltet die Dokumentationstabellen als Templates zum Download.

Neben dem Modul 2 Literaturrecherche lernt ihr in sechs weiteren Modulen wie ihr durch jede Phase der Promotion gelangt.


Als Studierende erhaltet ihr bei vorheriger Zusendung eurer gültigen Promotionsbescheinigung der E-Mail 25% Rabatt auf den Master-Kurs




Alternativ zum Master-Kurs kann jedes Modul (ohne Templates) auch einzeln erworben werden. Hierfür sind die Mini-Kurse gestaltet worden.




Für individuelle Fragen und Anliegen biete ich euch die Möglichkeit für ein persönliches Coaching. Schreibt mir hierfür einfach eine E-Mail und ihr erhaltet ein kostenfreies Erstgespräch.

Hinterlasst mit gerne eure Kommentare und werdet Teil unserer Facebook-Community Erfolgreich zur Medizinischen Promotion – Step-by-Step zum Doktor med.


Eure Désirée

Special

Meine Kollegin Dr. Carmen Preißinger bietet am 15.06.2020 einen kostenfreien Zoom-Call mit einer Expertin zum Thema Literaturverwaltungsprogramme an. Für mehr Infos klickt einfach auf das Bild.




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KONTAKT

Désirée Schaumburg

Inhaberin Step-by-Step zum Doktor med.

Berlin

www.stepbystepzumdrmed.de

© 2020 Step-by-Step zum Doktor med.

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